Panikattacken-was tun

Panikattacke – Was tun?

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    Wir haben immer wieder Nachrichten bekommen, in denen uns Hörerinnen berichten, dass Sie Panikattacken haben oder hatten. Kein Wunder, wenn man sich die Zahlen ansieht:  2 bis 5 Prozent der Bevölkerung sind in ihrem Leben von einer Panikstörung betroffen. Die Erkrankung beginnt meist im Alter von 30 bis 50 Jahren. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

    Daher haben wir uns entschlossen, dieses wichtige Thema aufzugreifen. Diese Woche gibt es im Glücksheldin-Podcast ein Interview mit Christine Wilde, Psychologin und Coach. 

    Alle Inhalte haben wir dir hier zum Nachlesen zusammen gefasst.

    Ein wichtiger Hinweis vorab:

    Wir möchten hier vor allem informieren. Das ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt. Bitte wende dich bei Problemen immer an den Arzt deines Vertrauens! 

    Hier kannst du dir unser Podcast-Interview “Panikattacke – Was tun?” anhören!

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    1. Was sind Panikattacken?

    Panikattacken kann man so beschreiben: wenige Minuten bis zu 30 Minuten sehr starkes Angstgefühl mit körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Herzstolpern, Enge und Druck im Brustkorb, Atemnot, Hyperventilieren, Schwindel, Übelkeit.

    Es handelt sich um einen sehr außergewöhnlichen Zustand, der oft wie aus dem Nichts startet. Oft treten die Attacken auch nachts auf. Die Symptome fühlen sich für manche Menschen an, als hätten sie einen Herzinfarkt.
    Der Zustand klingt meist nach einiger Zeit wieder ab. Das Ganze kann einmalig, selten bis gehäuft vorkommen.

    Falls du mit Panikattacken zu tun hast: Dein Problem ist lösbar. Es ist ein vergänglicher Zustand, der dir zeigt, dass in deinem Leben etwas gerade nicht so läuft, wie es laufen soll.

    Christine Wilde

    2. Panikattacken - Welche Ursachen gibt es?

    Bei jedem 5. Menschen tritt mindestens eine Panikattacke im Leben auf. Eine Panikstörung liegt bei etwa 2 bis 5 Prozent der Menschen vor.

    Es gibt Menschen, die haben einmal eine Panikattacke, gehen eventuell zum Arzt, es wird nichts Körperliches festgestellt und sie haken das Thema ab. Diese Menschen können das Thema relativ gelassen hinnehmen und abschließen.

    Andere entwickeln eine Angst vor der Angst und geraten in eine Spirale. Sie machen sich viele Gedanken und vermeiden vielleicht sogar die Orte, an denen die Panik aufkam. Das ist eine Art von Erwartungsangst. Der Körper ist permanent in Habachtstellung, und es kann dann eine Häufung von Panikattacken vorkommen.

    Viele dieser Menschen befinden sich auch in einer Lebenssituation, die sehr stressvoll und überfordernd ist. Die Belastung ist zu hoch und darauf reagieren sie mit Angst oder Panik.

    Mangelnde Ressourcen sind auch ein Grund, warum sich generell psychische Erkrankungen entwickeln können.
    Wichtige Ressourcen sind unter anderem gut funktionierende Beziehungen, stabile Freundschaften und ein Job, der Freude macht. Eine wichtige Rolle spielt auch der eigene Umgang mit sich selbst, mit den eigenen Emotionen und dem Stress.

    3. Panikattacken - Was sind Symptome?

    Die Symptome sind sehr körperlich. Dies sollte auch immer ärztlich abgeklärt werden, um Probleme mit Lunge, Herz etc. auszuschließen.

    Symptome können sein:

    • Herzrasen, Herzstolpern
    • Atemnot, Hyperventilation
    • Übelkeit, Durchfall
    • SchwindelZittern

    Das Gefühl ist existenziell, es kann sogar sein, dass man befürchtet zu sterben.
    Meist ist die Attacke nach einigen Minuten wieder vorbei.

    4. Panikattacken - Wann sollte ich zum Arzt gehen?

    Wenn du die oben beschriebenen Symptome bei dir beobachtet hast, lass dich beim Arzt durchchecken, einfach um abzuklären, was hinter den Symptomen steckt!
    Neben den klassischen Untersuchungen macht es auch Sinn, die Schilddrüsenwerte zu checken, da diese oft mit der Psyche ganz eng verwoben ist.

    Dies kostet dich lediglich etwas Zeit und du weißt danach, wo du ansetzen kannst, um deine Situation verbessern.

    Grundsätzlich ist Angst etwas ganz Nützliches, wie jede Emotion hat sie eine wichtige Funktion. Angst ist ein Gefühl und wenn ein Gefühl da ist, ist es einfach da. Da hilft es nicht, sie zu unterdrücken.

    Christine Wilde

    5. Panikattacken - Soforthilfe

    Akzeptiere den aktuellen Zustand. Gehe davon aus, dass alles ok ist und es keine körperlichen Ursachen gibt! Akzeptanz ist in dem Moment echt schwierig, jedoch bringt es nichts, gegen die Gefühle und Empfindungen anzukämpfen. Wenn möglich, versuche, die Symptome zu beobachten, zu benennen. Probiere, das Ganze nicht zu bewerten. Das ist sehr schwierig, jedoch hilft es.

    Wichtiger Faktor auf der körperlichen Ebene in diesem Moment ist die Atmung, die wir beruhigen und damit auch ein Gefühl von Kontrolle zurückbekommen können. Am besten 4 Sekunden einatmen und 6 Sekunden ausatmen, das hilft. Dazu kannst du dir auch die Hände auf den Bauch legen.

    Auf der mentalen Ebene, solltest du dir sagen, dass dir nichts passieren wird, du wirst nicht sterben, es ist „nur“ Angst. Du kannst dir denken: „Mein Körper kann damit umgehen. Ich darf mir das anschauen, ich darf atmen, und es ist gleich vorbei.

    Wenn dein Kind dabei ist, gibt es die Möglichkeit – falls es schon alt genug ist – deinem Kind zu sagen, dass du dich gerade beruhigen musst und falls möglich ein ruhiges Plätzchen, zum Beispiel einen anderen Raum suchen. Dort kannst du die beschriebenen Schritte durchgehen. Wenn du wieder okay bist, kannst du deinen Kindern in geeigneten Worten erklären, was los war.

    Es ist insgesamt immer wichtig, nicht zu dramatisieren – dein Körper schafft das, es geht vorbei. So lernst du damit umzugehen und aus der Spirale auszusteigen.

    Grundsätzlich ist Angst etwas ganz Nützliches, wie jede Emotion hat sie eine wichtige Funktion. Angst ist ein Gefühl und wenn ein Gefühl da ist, ist es einfach da. Da hilft es nicht, sie zu unterdrücken.

    Teile dich mit und hole dir Unterstützung! Sage auch deinem Partner/deiner Partnerin, deinen Freunden und deiner Familie, was bei dir los ist. Du musst nicht mit allem alleine klarkommen.

    Christine Wilde

    6. Panikattacken - Behandlung

    Frage dich: „Gibt es etwas, dass mich belastet oder überfordert? Wo ich mir viel Druck mache? Wie gefällt mir mein Leben? Mag ich mich?“

    Reflektiere, was in deinem Leben nicht in Ordnung ist!
    Wenn es alleine nicht klappt, suche dir Hilfe. Das kann eine Therapie sein, oder ein gutes Coaching, ein guter Kurs oder eine Selbsthilfegruppe. Egal für welche Hilfe du dich entscheidest, wichtig ist, dass dir das Angebot hilft.

    Teile dich mit und hole dir Unterstützung!
    Sage auch deinem Partner/deiner Partnerin, deinen Freunden und deiner Familie, was bei dir los ist. Du musst nicht mit allem alleine klarkommen.
    Falls du Bedenken hast, dir Hilfe zu holen, frage dich, woran das liegt. Und versuche, mit diesen Ängsten und Befürchtungen zu arbeiten.

    Achtsamkeit ist auch ein geeigneter Weg, mit Panik umzugehen. Gerade die Akzeptanz, das Annehmen, von dem, was ist, ist hier ein großes Thema.

    7. Fazit von Psychologin Christine Wilde

    Falls du mit Panikattacken zu tun hast: Dein Problem ist lösbar. Es bleibt nicht immer so. Es ist ein vergänglicher Zustand, der dir zeigt, dass in deinem Leben etwas gerade nicht so läuft, wie es laufen soll. Du kannst durch diese Phase wachsen und das ist sehr wertvoll.

    Wenn du das überstanden hast, wirst du anders durch dein Leben gehen, du wirst Fähigkeiten dazu gewonnen haben, um mit zukünftigen Situationen besser umgehen zu können.

    Was immer in deinem Leben passiert, ist für dich.

    Kontakt zu Christine Wilde:
    – Podcast “Gefühlsstoff” bei youtube
    – Auf ihrer Homepage oder bei LinkedIN

    Hier erzählt Kathi von ihren persönlichen Erfahrungen mit Panikattacken

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    Quellen:

    • Jacobi F, Hofler M, Strehle J, et al. Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul Psychische Gesundheit (DEGS1-MH). Nervenarzt 2014;85(1): 77-87. link.springer.com
    • Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Behandlung von Angststörungen. AWMF-Leitlinie Nr. 051-028. S3, Stand 2021 www.awmf.org
    • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Hausärztliche Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Angst. DEGAM-Praxisempfehlung, Stand 10/2016. www.degam.de
    • Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): ICD-10-GM Version 2021. Stand 18.09.2020 www.dimdi.de
    • Olaya B, Moneta MV, Miret M, Ayuso-Mateos JL, Haro JM. Epidemiology of panic attacks, panic disorder and the moderating role of age: Results from a population-based study. J Affect Disord 2018; 241: 627-633. PMID: 30172214 Link zur Studie

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