Erziehen ohne Schreien. Hilfe, ich schreie meine Kinder an!
Erziehen ohne zu schreien ist die Wunschvorstellung vieler Eltern. Aber mal ganz ehrlich: Im hektischen Alltag passiert es schnell, dass die Wut aus dir herausplatzt und du dein Kind anschreist und ebenso schnell folgt das schlechte Gewissen.
Das Wichtigste in 30 Sekunden:
Schreien passiert. Nicht weil du eine schlechte Mutter bist, sondern weil dein Nervensystem überlastet ist. Deine Kinder sind nicht die Ursache, sie sind der Auslöser. In diesem Artikel lernst du, warum das passiert, was es mit deinem Kind macht und was dir konkret hilft, bevor es wieder eskaliert.
Ich weiß, wie du dich fühlst und helfe dir dich besser zu verstehen in meiner Podcastfolge „Warum du keine schlechte Mutter bist, wenn du dein Kind anschreist.“
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Weitere Informationen 'Gestresste Eltern schreien
Bevor ich Mutter wurde, war es mir unbegreiflich, warum manche Eltern ihre Kinder anschreien.
Ich hatte Pädagogik studiert. Ich hatte mir vorgenommen, die beste Mutter aller Zeiten zu werden. Und ich war überzeugt: Wenn ich bedürfnisorientiert erziehe, werde ich gar nicht schreien müssen.
Damals ahnte ich noch nicht, was Kindererziehung wirklich bedeutet. Wie viel Mental Load, Überforderung, Unvorhergesehenes und Gefühlschaos dazugehören. Nicht als Ausnahme, sondern als Alltag.
Nach sieben Jahren Begleitung von Müttern weiß ich: Die allermeisten schreien ihre Kinder an — ab und zu oder öfter. Das Schlimme daran ist nicht das Schreien selbst. Es ist die Scham danach. Die Schuldgefühle, die sich ausbreiten und die leider dafür sorgen, dass es wieder passiert.
Dieser Artikel ist für dich, wenn du raus willst aus dieser Schleife.
Wenn du das schnell ändern möchtest, hol dir meinen kostenlosen SOS-Guide „Ich schreie mein Kind an – was tun?“.
Er enthält meine besten Impulse aus 13 Jahren Mutterschaft und meiner Erfahrung mit über 500 Müttern für dich, um zu verstehen, was in diesem Moment wirklich passiert, und was konkret hilft, auszusteigen.
Warum schreie ich mein Kind an?
Was wirklich hinter dem Schreien steckt, hat mit deinen Kindern oft wenig zu tun. Es hat damit zu tun, wie voll dein Energiefass gerade ist. Wie lange du schon funktionierst, ohne aufzutanken. Wie viel Schlaf du hattest. Wie viel noch auf deiner Liste steht.
Hunger, Erschöpfung, Mental Load, das Gefühl, alles alleine zu schultern — das ist das Fundament, auf dem die Wut steht. Deine Kinder machen dann nur einen Schritt drauf. Und das Fass läuft über.
Das Schreien ist nicht der Anfang des Problems. Es ist ein spätes Signal.
Hol dir den kostenlosen SOS Guide — er erklärt, was in diesem Moment wirklich passiert: SOS-Guide „Ich schreie mein Kind an – was tun?“
Kind anbrüllen - 3 unmittelbare Auswirkungen
1. Dein Kind lernt: So löst man Konflikte.
Kinder lernen am Modell — das ist Lernpsychologie (Albert Bandura). Sie ahmen nach, was sie sehen. Wenn du häufig ausrastest und schreist, ist es wahrscheinlich, dass sie es dir gleichtun und dieses Verhalten auch woanders anwenden: mit Geschwistern, auf dem Spielplatz, später in der Schule.
Aber — und das ist der entscheidende Punkt — sie lernen genauso das andere Verhalten nach. Wenn du zurück ins Gespräch kommst. Wenn du dich entschuldigst. Wenn du erklärst, warum du gerade wütend warst.
Durch genau diesen Konflikt und das Gespräch danach lernen sie, wie man Konflikte löst. Wie man zu seinen eigenen Gefühlen steht. Wie man sich entschuldigt und trotzdem nicht zerbricht.
Im besten Fall hat der Ausbruch also auch etwas Positives. Nicht als Rechtfertigung, sondern als Möglichkeit.
2. Auf Wut folgt Wut oder Rückzug.
Dein Kind reagiert auf deine Wut mit Aggression oder Angst. Keine der beiden Reaktionen bringt euch näher zusammen.
Der Grund dafür: Kinder können sich noch nicht selbst regulieren — sie brauchen einen Erwachsenen, der ruhig genug ist, um ihnen dabei zu helfen. Das nennt man Ko-Regulation. Wenn du in den Alarm gehst, geht dein Kind mit. Nicht aus Trotz. Sein Nervensystem kann in diesem Moment noch gar nicht anders.
In dem Moment, in dem du am meisten Ruhe brauchst — braucht dein Kind sie auch. Von dir.
Das ist keine Schuldvergabe. Das ist eine Erklärung und der eigentliche Grund, warum es sich lohnt, an dir selbst zu arbeiten.
3. Die Verbindung leidet, aber sie ist nicht kaputt.
Wenn du selten ausrastest: nicht schlimm. Wir sind Menschen, keine Maschinen. Überfordert sein gehört dazu — das ist nicht das Problem.
Schwierig wird es, wenn das Ausrasten für dein Kind unvorhersehbar wird. Wenn es nicht mehr weiß, wann es so weit ist. Wenn es mit nichts mehr rechnen kann. Dann wird die Umgebung unsicher und das spürt ein Kind.
Das Gute: Bindungen zerstören wir nicht unwiderruflich. Was in einem Ausbruch kaputt gegangen ist, lässt sich reparieren und zwar heute noch. Was Bindungsreparatur konkret bedeutet und wie sie geht, erkläre ich mehr im SOS Guide.
Dürfen Eltern ihre Kinder anschreien?
In manchen Ratgeber-Artikeln liest man, es wäre bereits fatal, wenn du ein lautes Wort vor deine Kindern verlierst. Da könnte man glatt glauben, Eltern müssten meditierend durch den Tag schweben und zum buddhistischen Mönch werden.
Das ist aus meiner Sicht Quatsch.
Eltern dürfen wütend werden. Eltern dürfen laut werden. Wir sind keine Maschinen — wir sind Menschen mit einem Nervensystem, das manchmal überreizt ist.
Was wirklich zählt: nicht dass du nie schreist. Sondern was danach passiert. Und dass du anfängst zu verstehen, was vorher passiert. Viele von uns haben von klein auf gelernt, negative Gefühle zu unterdrücken oder zu verstecken. Ein Ventil, das du zuschraubst, baut Druck auf — bis es irgendwann aufmacht. Dein Kind lernt so nicht, wie man mit Wut umgeht. Es lernt, dass Wut entweder explodiert oder verschwindet. Beides ist – naja – keine gute Schule.
Weil wir gerade dabei sind: Schreien ist nicht gleich Schreien.
Es gibt einen Unterschied, der wichtig ist und der oft verwischt wird.
Ausrasten, weil alles gerade zu viel ist — das ist das Fass, das überläuft. Es passiert aus Überforderung, nicht mit Absicht. Danach kommt das schlechte Gewissen. Und der Wunsch, es anders zu machen.
Beschämendes, systematisches Anschreien — das ist etwas anderes. Wenn Schreien zur Methode wird. Wenn Kinder gezielt eingeschüchtert, bloßgestellt oder klein gemacht werden. Wenn es nicht der Ausnahmemoment ist, sondern das Muster.
Die allermeisten Mütter, die zu mir kommen, sind in der ersten Gruppe. Sie rasten aus und schämen sich dafür so, als wären sie in der zweiten.
Das sind sie nicht.
Der Unterschied ist nicht egal. Er bestimmt, was dein Kind lernt, wie sicher es sich bei dir fühlt und was du als nächstes brauchst.
Erziehen ohne Schreien & Schimpfen – Tipps & Strategien
Eines vorweg: Du wirst nicht über Nacht der coolste Vater oder die gelassenste Mutter der Welt. Sich das Schreien gegenüber den Kindern abzugewöhnen, erfordert also etwas Übung. Bitte mache dir daher keine Sorgen, wenn Dinge nicht auf Anhieb klappen. Und bleib dran!
Mit den folgenden Tipps für das Erziehen ohne Schreien kannst du dir viel Stress ersparen oder die ausbrechende Energie deiner Wut positiv ummünzen.
1. Bewusst positiv formulieren
Statt den Fokus auf das Negative zu legen, also das, was dein Kind nicht machen soll, kannst du positive Formulierungen nutzen. Die motivieren nämlich viel mehr als Verbote und werden auch besser verstanden. Ein Beispiel: Dein Kind ist laut oder quengelt. Anstatt zu poltern: „Hör jetzt auf zu schreien!“ sag lieber: „Sprich leiser, mein Schatz. Ich höre dir zu“.
2. Konkrete & klare Aussagen treffen
Klare und genaue Angaben helfen deinem Kind, zu verstehen, was genau du von ihm erwartest. Allgemeine Aussagen, wie „Wir müssen unbedingt noch dein Zimmer aufräumen.“, sind nicht klar genug. Besser wäre: „Bitte hebe alle Spielsachen vom Boden auf und lege sie in die Spielzeugkiste.“ Hier vermittelst du deutlich, was mit Aufräumen gemeint ist.
3. Dem Kind zuhören
Kinder möchten gehört werden. Aktives Zuhören ist sehr wichtig: Du schenkst dem Kind deine volle Aufmerksamkeit, unterbrichst nicht und nimmst es ernst. Für Kinder sind das wertvolle Erfahrungen des Gesehen-Werdens – eines der wichtigsten Grundbedürfnisse und Grundvoraussetzung für sein wachsendes Selbstbewusstsein. Und mein Geheimtipp: Wenn dieses Bedürfnis gestillt ist, hast du es sehr viel leichter im Umgang mit deinem Kind.
4. Proaktiv Pausen einbauen
Wenn du bemerkst, dass du müde, erschöpft oder gestresst bist, darfst und sollst du dir Pausen gönnen. Ja, gerne mehrere! Als Eltern missachten wir viel zu oft unsere eigenen Bedürfnisse, in bester Absicht, doch mit negativem Effekt: Je ausgelaugter du bist, desto schneller bist du von deinem Kind genervt. Lerne daher gut auf dich selbst zu achten und deine Ressourcen zu pflegen. Regelmäßige Auszeiten funktionieren übrigens auch mit den Kindern. Manche Eltern führen eine Auszeit oder „Zeitinseln“ ein, in denen sich dann die Kinder still beschäftigen dürfen.
5. Nutze Beruhigungstechniken
Mentale und körperliche Techniken helfen dir, dich in Stressmomenten schneller zu regulieren — bevor der erste Impuls gewinnt.
Auf Basis der Glücksheldin-Methode arbeite ich viel mit dem weiblichen Nervensystem. Was in Krisenmomenten hilft, ist nicht denken, sondern den Körper wahrzunehmen und die Reaktion zu unterbrechen. Ein paar Methoden, die ich selbst nutze:
– Kaltes Wasser über die Hände laufen lassen — klingt simpel, wirkt sofort. Das Nervensystem bekommt ein klares Signal: Stopp.
– 4-7-8-Atmung — 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen. Für besonders intensive Momente.
– 2-2-2-Grounding — 2 Dinge die du siehst, 2 Dinge die du hörst, 2 Dinge die du riechst. Bringt dich sofort zurück in den Moment.
Was dich reguliert, ist individuell. Wichtig ist: Du hast Möglichkeiten — auch in der Sekunde, bevor es kippt. Im SOS-Guide schenke ich dir meine wirksamsten Tools per Bildschirmhintergrund für dein Smartphone.
6. Ermutige positives Verhalten
Positive Verstärkung ist eine psychologische Methode, die sich nicht nur auf dich selbst, sondern auch auf dein Kind positiv auswirkt. Aber bitte nicht damit verwechseln, dass ausschließlich gute Leistungen belohnt oder honoriert werden müssen. Auch jede Bemühung verdient, beachtet und gelobt zu werden. Auf diese Weise findest du Möglichkeiten, wieder die kleinen Dinge im Leben schätzen zu lernen. Und dein Kind baut ein positives Selbstbild auf. Wir loben zum Beispiel nicht die Noten, die unsere Kinder in der Schule schreiben, sondern die Bemühungen und das Lernen vor der Schularbeit zu Hause.
Typische Situationen, in denen Eltern Kinder anschreien
Kommen dir die folgenden Beschreibungen bekannt vor? Wenn du die typischen Situationen kennst, in denen du deine Kinder anschreist, kannst du effektiv vorbeugen.
Der Morgen - Nimm den Zeitdruck raus
Schule, Kita, Arbeit — alle müssen los, und irgendjemand findet seinen Schuh nicht. Oder trödelt. Oder will ausgerechnet jetzt nur dieses eine T-Shirt, das in der Wäsche ist.
Der Morgen ist der häufigste Eskalationspunkt. Nicht weil deine Kinder böse sind, sondern weil Zeitdruck und ein leeres Nervensystem keine gute Kombination sind.
Was hilft: entweder früher aufstehen — oder akzeptieren, dass manche Kinder trödeln, und Puffer einplanen statt kämpfen.
Vermeide das abendliche Drama
Zähneputzen. Einschlafen. Noch ein Glas Wasser. Noch eine Geschichte. Noch mal aufs Klo.
Abends sind alle am Ende — du und deine Kinder. Der Puffer ist weg. Und dann reicht oft wenig.
Was hilft: Alles, was sich nach vorne verlegen lässt — Einkaufen, Aufgaben, Erledigungen — mach es früher. Dein Nervensystem hat abends keinen Puffer mehr für Zusatzstress.
Schraube deine Erwartungen herunter
Es gibt so einige Momente, in denen du von deinen Kindern ein gutes Benehmen erwartest. Zum Beispiel bei Schulfeiern oder Familientreffen. Dieser Erwartungsdruck beeinflusst dich aber unterbewusst und erzeugt genau das Gegenteil vom Gewünschten: Du bist angespannt und schreist schneller. Auch das Kind spürt deine Nervosität, wird dadurch unruhig und verhält sich erst recht überdreht. Denk daran: Je entspannter du bist, desto entspannter ist auch dein Kind.
Kurz vor dem Ausrasten?
Die Kind-nicht-anbrüllen SOS-Tipps
Tief durchatmen
Wenn du wütend bist, steigt der Adrenalinspiegel, das Blut rauscht dir in den Ohren, du atmest schneller und spannst den gesamten Körper an. In diesem Moment einen klaren Gedanken zu fassen, ist fast unmöglich. Darum ist es wichtig, dass du überhaupt bemerkst, wenn du dich in diesem Stress-Zustand befindest.
Spürst du, wie die Wut hochkocht, dann versuche nichts zu sagen oder zu tun, sondern atme mehrmals tief ein und aus. Ein bewährtes Mittel ist die 4-7-8-Atemübung: bis 4 zählen und dabei einatmen, jetzt 7 Sekunden den Atem halten, auf 8 ausatmen.
Verlasse die Situation
Bemerkst du rechtzeitig, dass du dich nicht mehr selbst beherrschen kannst, ist es das Beste, die Situation kurz zu verlassen. Geh aus dem Zimmer oder gleich aus der Wohnung. Das gibt die die Zeit, erst einmal runterzukommen und wieder klar zu denken.
Nimm es mit Humor
Humor ist eines der wirksamsten Mittel, um aus einer Eskalation herauszukommen. Nicht als Ablenkung, sondern weil Lachen das Nervensystem tatsächlich reguliert. Gemeinsames Lachen verbindet, das ist sogar wissenschaftlich belegt.
Konkret: Wenn du merkst, die Situation kippt gleich, kannst du den Ton wechseln — ins Alberne, ins Übertriebene.
Was ich zum Beispiel mache: Ich texte spontan ein Lied über die Situation. Oder ich spiele übertrieben eine Rolle, über die mein Kind dann lachen muss. Klassiker bei uns: „Wie du möchtest, noch ein aufblasbares Einhorn für den See? Möchtest du vielleicht auch noch eine Giraffe, ein Nilpferd und ein Krokodil?“ Ich werde dann auch ein bisschen sarkastisch — meine Kinder kennen das und merken irgendwann, dass ihre Forderungen etwas übertrieben waren.
Aber das muss zu dir passen. Übernimm das nicht einfach von mir. Finde deine eigene Art, mit Humor umzugehen — eine, die sich für dich natürlich anfühlt.
Du nimmst dir vor, ruhig zu bleiben.
Und wirst trotzdem laut.
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Ich habe mein Kind angeschrien – Was jetzt?
Wenn es dir ab und zu mal passiert, dass du dein Kind anschreist, ist das kein Beinbruch. Wie oben schon erwähnt: Schreien Eltern selten, dann kann das ein gesundes Kind durchaus verkraften. Anbrüllen sollte nur nicht zur Regelmäßigkeit werden. Ebenso wichtig ist, wie du nach dem Konflikt reagierst. Folgende Tipps sind Gold wert:
1. Entschuldigen
Eine Entschuldigung gehört dazu — auch wenn du im Recht bist. Dein Kind lernt so, dass Schreien keine Lösung ist. Und dass Erwachsene Fehler machen und dazu stehen können.
Halt dich kurz. Keine langen Erklärungen, kein Rechtfertigen. Ein paar ehrliche Sätze reichen völlig:
„Es tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe. Ich war gerade total überfordert — das liegt nicht an dir.“
Das ist alles, was dein Kind braucht.
2. Gefühle erklären
Dein Kind braucht auch eine Erklärung — warum du ausgerastet bist. Nicht als Rechtfertigung, sondern als echtes Gespräch. Sprich über Stress, Überforderung, darüber dass auch du manchmal Hilfe brauchst. Und wenn dich ein bestimmtes Verhalten enttäuscht hat: sag das auch und was du dir stattdessen gewünscht hättest.
Wir wollen immer, dass unsere Kinder ihre Gefühle benennen. Selber tun wir das aber nicht.
Erzähl deinem Kind, wenn du traurig bist. Wenn du wütend bist. Wenn du glücklich bist. Lass es teilhaben — nur so lernt es, diese Gefühle selbst zu benennen.
3. Bessere Kommunikation versprechen
Sprecht zum Schluss darüber, wie ihr es nächstes Mal besser machen wollt. Ermutige dein Kind, seine Gefühle mit dir zu teilen, wenn es wütend oder frustriert ist — und zeig, dass du zuhörst.
Ein konkreter Vorschlag für danach: Du nimmst dir eine Pause, dein Kind darf ein Hörspiel hören — und dann trefft ihr euch wieder. Zum Essen, zum Spielen, zum Rausgehen. Kein großes Drama. Ein Neustart.
Und etwas, das ich für genauso wichtig halte: Du musst dich deinem Kind nicht unterordnen.
Grenzen setzen gehört dazu — für dich. Wenn du immer wieder über deine eigene Grenze gehst, läuft dein Fass irgendwann wieder über. Und dann schreist du wieder. Nicht weil du eine schlechte Mutter bist — sondern weil du dich selbst nicht geschützt hast.
Setze liebevoll Grenzen für dich. Zum Wohl deines Kindes.
Fazit: Erziehen ohne Schreien
Ich sehe einen Trend, der mir Sorgen macht.
Immer mehr Eltern versuchen, sich zu perfekten Figuren zu formen. Bindungsorientiert, bedürfnisorientiert, niemals ausrasten. Sie hören Coaches, die ihnen versprechen, dass ein triggerfreies Mamaleben möglich sei.
Das ist aus meiner Sicht gefährlich.
Nicht weil Bindungsorientierung falsch wäre. Sondern weil dieser Perfektionsdruck das genaue Gegenteil bewirkt. Wer sich konstant unter Druck setzt, nie auszurasten — unter diesem Druck kann der Kessel nur überkochen. Und so schreien wir nicht weniger. Sondern mehr.
Was mir nach 7 Jahren Begleitung von über 500 Müttern und 13 Jahren eigener Mutterschaft klar ist: Der Weg ist nicht, nie wütend zu sein. Der Weg ist hinzuhören, wenn die Wut hochkriecht, wenn das Gefühl der Unzufriedenheit kommt. Dem eigenen Bedürfnis zu folgen. Das zu tun, was ich brauche, um wieder bei mir anzukommen.
Das ist Selbstregulation. Das ist Selbstführung.
Ich erlaube mir, alles zu sein. Und ich habe gelernt, dass genau das der Schlüssel ist — nicht nur für mich, sondern für meine Kinder.
Wenn dich diese Haltung interessiert und du verstehen möchtest, wie das konkret im Alltag aussieht: Das ist mein Glücksheldin-Programm.
Quellen:
1) Das Kita-Handbuch: Kinderstreit
2) Ralf-Ingo S.: Kinder anschreien
3) University of Pittsburgh: Yelling doesn’t help, may harm adolescents. Pitt-Led Study finds Impact of harsh verbal discipline similar to that of physical discipline (Studie 2013)
4) Gabriele Möller: Darf ich mein Kind anschreien?
5) Simone Kosog: Konflikte gewaltfrei lösen: Schrei mich nicht an!
6) Familienhandbuch des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung: Mütter in Wut: Wie kann ich meine Wut nur in den Griff bekommen? (Bettina Hertel)





