Beziehungskiller Kind

Beziehungskiller Kind?

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    Ist das wirklich so, ist ein Kind ein Beziehungskiller? Immer wieder kommt bei uns in den Glücksheldin-Trainings das Thema Beziehung/Partnerschaft auf. Viele Eltern kommen an ihre Grenzen und haben keine Kraft mehr den anderen zu sehen und wertzuschätzen. “Wir sind nur noch Vater und Mutter, aber kein Paar”, das ist ein Satz, der mehrfach gefallen ist.

    Geht es dir auch so? 

    Hier erfährst du, warum die Situation von Eltern so besonders ist, was Warnsignale sind, dass bei euch etwas schief läuft und wie ihr als Eltern eure Beziehung retten könnt.


    1. Die besondere Situation von Eltern

    Klar: dass sich nach der Geburt eines Kindes die Beziehung für Paare verändert, ist völlig normal. Es geht nicht nur noch um eure Partnerschaft und damit um dich und deinen Partner. Es geht, vor allem in den ersten Jahren, um die Kinder und um deren Bedürfnisse.

    Gerade mit kleinen Kindern erlebt man sich 24/7 fremdbestimmt. Wer übernimmt was? Kinder sind krank? Wer bleibt zu Hause? Wie wollen wir die Beziehung und die Familie leben – gleichberechtigt oder eher auf die traditionelle Art? Zeit zu zweit als Paar ist bei den meisten leider Mangelware, zuviel ist man als Mama und Papa schon gefordert.

    Schockierender Fakt: In dieser Studie (2015) ging es darum zu bewerten, ob Eltern vor oder nach der Geburt des Kindes glücklicher sind. Das Ergebnis: Auf einer Skala von 0 bis 10 gaben sie nach der Geburt des Kindes im Durchschnitt 1,4 weniger Zufriedenheitspunkte an als vorher. Das ist mehr Verlust an Glück als es zum Beispiel nach einer Scheidung, oder sogar dem Tod eines Partners angegeben wurde.

    Wahnsinn, oder?

    In den besten Haushalten kommt es vor, das Paare motzen, missverstehen und streiten. Das kostet Nerven, besonders in einer Situation, die ihr als sowieso stressreich oder belastend erlebt.

    Hier kannst du nachlesen, was du bei ständiger Überforderung als Mutter tun kannst.

    Wir haben festgestellt, dass das so negativ und überfordernd in einer Partnerschaft und als Eltern nicht sein muss. Es gibt ein paar einfache Tricks, wie du deinen Partner in positiver Art und Weise zum gemeinsamen Glück lenken kannst.


    2. Was sind Warnsignale, dass etwas in unserer Beziehung nicht mehr stimmt?

    Manchmal sind wir als Mama (und auch als Papa) so in unserem Hamsterrad, dass wir gar nicht mehr richtig mitkriegen, ob in unserer Beziehung etwas wirklich nicht stimmt.

    Oft ist das auch gar nicht so einfach zu sagen, denn jede Beziehung läuft unterschiedlich. Paare leben ihre Liebe verschieden und du hast andere Bedürfnisse als jeder andere Mensch. 

    Trotzdem haben wir dir hier ein paar Hinweise zusammengestellt, die dir zeigen, ab wann es in der Beziehung nicht mehr stimmt und an welchen Themen es sich lohnt als Paar zu arbeiten.

    Im Anschluss gibt es dann Lösungsmöglichkeiten, sie du sofort anwenden kannst.


    2.1 Ihr sprecht weniger oder gar nicht mehr miteinander

    Kommunikation ist eines der wichtigsten Themen in jeder Beziehung. Es ist essenziell miteinander im Gespräch darüber zu bleiben, was dich und euch bewegt, darüber was euch wichtig ist, wie ihr eure Beziehung gerade erlebt und was euch vielleicht fehlt. 

    Oft ist es in Beziehungen zwischen Müttern und Vätern zu beobachten, dass die Kommunikation abreißt oder auf das Organisatorische minimiert wird. Das Paar ist chronisch verstritten, was sich auch auf die körperliche Beziehung auswirkt. Keiner will dem anderen noch nahe sein, die Lust auf Sex ist oft nicht mehr vorhanden.

    Weißt du, was deinen Partner gerade wirklich bewegt? Was ihm gut tut und was ihn gerade belastet? 

    Überlege dir, ob sich eure Kommunikation verändert hat und ob sich das gut für dich anfühlt.

    Falls nicht, hast du hier einen Ansatzpunkt etwas zu verändern und damit raus aus dieser unschönen Situation zu kommen. Unter Punkt 3 findest du unsere Lösungsansätze.


    2.2 Ihr arbeitet nicht mehr als Team

    Oft beobachten wir in Beziehungen, dass die Paare gegeneinander statt miteinander arbeiten. 

    Der Alltag mit Kindern kann sehr, sehr nervenaufreibend sein. Für Mütter und für Väter. Hier braucht ihr eigentlich alle Reserven und euch gegenseitig, um diesen Alltag zu meistern. Als Team könnt ihr das schaffen, wenn ihr aber gegeneinander arbeitet, nimmt euch das Kraft und es wird ungleich schwerer.

    Wir Eltern (und das kennen wir auch selbst zu gut) geraten nicht selten in eine Vergleichssituation: 

    Partner 1: “Ich habe heute schon die Kinder versorgt/geputzt/gekocht und jetzt bist du dran, du sitzt die ganze Zeit auf dem Sofa.” 

    Partner 2: “Ich war dafür acht Stunden arbeiten und muss jetzt mal die Füße hochlegen”.

    Überlege dir jetzt: Hast du das Gefühl, dass ihr als Team arbeitet oder ist es eher ein Gegeneinander?

    Falls du bemerkst, dass ihr viel gegeneinander arbeitet, findest du unter Punkt 3 unsere Vorschläge, um da raus zu kommen.


    2.3 Dein Partner kann es dir nicht recht machen

    Kennst du ihn auch? Den Moment, wenn du mal weg warst und du dachtest dein Mann macht das schon. Den Moment, wenn du dann zurückkehrst und es ist alles ein einziges Chaos. Die Kinder sind noch wach, sie haben das Falsche an, das Haus sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen und ob es was zu essen gab, ist nicht nachzuvollziehen.

    Ja, wahrscheinlich kennen solche Momente einige von uns. Und oft hat man dann das Gefühl, dass der Partner das alles gar nicht schafft. Dass er das nicht hin bekommt und überfordert ist. Dass er alles falsch macht und die Kinder es bei ihm alles in allem nicht so gut haben wie es bei uns selbst wäre. 

    Überlege jetzt mal: gibt es Momente, in denen es dir dein Partner nicht recht machen kann? In denen du die To Dos lieber gleich selber machst, weil er es sowieso nicht hinkriegt?


    3. Was kannst du tun, um deine Beziehung zu retten?

    Die wirklich gute Nachricht ist, dass eine Beziehung nicht vorbei ist, wenn es schlecht läuft. Es ist nie zu spät dafür, an eurer Partnerschaft zu arbeiten. Wir haben dir die besten Tipps zusammen gestellt.


    3.1 Veränderung fängt immer bei dir selbst an

    Wir Menschen haben Spiegelneuronen, die dafür sorgen, dass wir das beobachtete Verhalten unseres Gegenübers wahrnehmen und sogar selbst spüren. Wenn ich also etwas in einer Beziehung mit einem Anderen verändern will, ist es ratsam diese Veränderung immer bei mir selbst anfangen zu lassen. 

    Es hört sich vielleicht erst einmal komisch an, aber es ist so: 

    Wenn du mehr Wertschätzung möchtest, gib mehr Wertschätzung! 

    Wenn du akzeptiert werden möchtest, wie du bist, akzeptiere deinen Partner so wie er ist. 

    Und wenn es dich Überwindung kostet, über deinen eigenen Schatten zu springen und den ersten Schritt zu machen, dann stelle dir einmal die folgende Frage:

    Will ich Recht haben oder glücklich sein?

    Falls du lieber glücklich sein möchtest, dann verlasse deine Komfortzone und probiere es aus! Betrachte es als Experiment und sei wertschätzend, mache Komplimente oder akzeptiere Verhaltensweisen deines Partners. Glaub uns, wir haben das schon mehr als einmal ausprobiert, es kann wahre Wunder bewirken. 


    3.2 Vertrauen geben

    Viele Mamas vertrauen ihrem Partner nicht, dass er mit den Kindern das alles so schafft, wie sie selbst es könnten.

    Manchmal hilft es, dich in solchen Momenten zu bremsen, bevor du voreilige Schlüsse ziehst. Vielleicht macht es dein Partner auch einfach anders als du. Vielleicht legt er seine Schwerpunkte anders.

    Entscheide dich dafür, deinem Partner zu vertrauen: er bekommt das hin. Er macht es anders als du, aber er bekommt es hin. 

    Nutze die Chance für dich, um dich in Gelassenheit zu üben. Grenze dich bewusst ab und mische dich nicht ein.! Sollen die mal machen…

    Und du hast mehr Zeit für dich gewonnen.


    3.3 Gib´ Wertschätzung und sorge dafür, dass sie ankommt

    Wann hast du eigentlich deinem Partner das letzte Mal wirklich ehrliche Wertschätzung gegeben? 

    Oft fühlen sich Männer auf die Rolle des Versorgers reduziert und nicht als ganze Person gesehen. Vielleicht beschäftigt sich die Mutter zwangsläufig sehr viel mit dem Kind, gibt dem Kind Liebe und Wertschätzung. Der Mann und seine Bedürfnisse können dabei hinten runterfallen. 

    Wertschätzung geben ist das eine, aber es ist ist ebenso wichtig, sicher zu stellen, dass sie auch ankommt. Es gibt Menschen, die brauchen viel verbalen Zuspruch. Andere haben das Bedürfnis, dass man ihnen Arbeit abnimmt und ihnen sagt, sie sollen sich doch jetzt einmal ausruhen. Andere brauchen eine Umarmung und ein paar liebe Worte.

    Unsere Tipps

    1. Überlege doch jetzt einmal, was du an deinem Partner schätzt und warum.
    2. Überlege dir, welcher Weg der Wertschätzung bei ihm besonders gut ankommen würde. 
    3. Im nächsten Schritt sage ihm das, gebe ihm eine Umarmung oder schreibe ihm vielleicht einen kleinen Brief, um ihm deine Empfindung zurück zu melden. 
    4. Nehme das auch in euren Alltag mit. Bedanke dich regelmäßig bei deinem Mann, spiegele ihm was er gut gemacht hat. 
    5. Beobachte was passiert. Vielleicht bekommst auch du demnächst mehr Wertschätzung 🙂

    3.4 Spreche deine Bedürfnisse ehrlich an und: Frage nach und höre wirklich zu

    Wir haben zwei Rituale, die wir regelmäßig durchführen: die Wunschrunde und die achtsame Wochenplanung. Bei uns beiden haben diese beiden Rituale bis heute einen riesigen Effekt auf unsere Beziehungen.

    A. Die Wunschrunde

    Setzt euch regelmäßig (alle 4-6 Wochen) zusammen und beantwortet euch gegenseitig die folgenden Fragen:

    • Was wünschst du dir von mir? 
    • Was wünsche ich mir von dir? 
    • Was davon wollen wir wie umsetzen?

    Ihr könnt euch vorher Notizen machen oder einfach locker bei einem Glas Wein oder Wasser darüber sprechen. Wichtig ist vorher abzuklären, dass jeder soviel Zeit bekommt, wie er braucht, um seine Wünsche zu äußern. Und, dass er vom anderen erst einmal nicht unterbrochen wird. Aufmerksam zuhören ohne zu werten – das ist das Motto.

    Stellt anschließend sicher, dass ihr verstanden habt, was der andere meint und legt gemeinsam fest, wie ihr beide die Wünsche des anderen erfüllen könntet. Manchmal geht nicht alles auf einmal, dann legt einen Schritt in die Richtung fest.

    Wichtig ist, sich gegenseitig in seinen Wünschen enstt zu nehmen und nicht (ab-) zu werten.

    B. Die achtsame Wochenplanung

    Setzt euch einmal wöchentlich (bei uns hat sich Sonntag Abend bewährt) zusammen und plant eure kommende Woche! Wer ist wann wo? Welche Termine gibt es? 

    Das Besondere dabei ist, dass ihr auch einplant, wann jeder von euch einmal Zeit für sich hat, und was ihr da tun wollt. Eine Fahrradtour am Mittwoch Abend? Ein Yoga-Abend am Freitag? Ein Treffen zum Spaziergang mit der besten Freundin am Samstag Nachmittag? 

    Legt fest, wann ihr euch gegenseitig Zeit schenkt.


    4. Unser Fazit

    Nein, ein Kind ist kein Beziehungskiller. Klar, es ist anders mit Kind und oft auch anstrengend. Aber wenn ihr euch liebt und grundsätzlich beisammen sein wollt, dann ist das zu meistern. Fangt in kleinen Schritten an, an eurer Beziehung zu arbeiten und feiert eure Erfolge. Ihr seid ein Team und könnt es schaffen, euch als Paar wieder zu finden!

    Wichtige Hinweise: Falls du dich selbst ausgelaugt und erschöpft, fühlst, vertraue dich deinem Partner an und lies hier nach, was ein Mama-Burnout ist, wie du es erkennst und was du tun kannst, wenn du betroffen bist.

    Und wenn du weiterhin auf dem Laufenden sein möchtest, was wir so machen und anbieten, dann abonniere unseren Newsletter. Du erhältst obendrauf unser kostenfreies eBook für mehr Gelassenheit im Mama-Alltag.

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